Wasserpflege

Kalzium- und Karbonatzugabe

Die Kalzium- und Karbonatzugabe ist ein wesentlicher Bestandteil in der Steinkorallenpflege. Da Steinkorallen diese Ionen verbrauchen um zu wachsen, muss die Konzentration bestmöglich auf dem Selben idealen Werten gahelten werden von ca 420 mg/l Kalzium und ca 6-8° KH Karbonathärte. Es gibt hier mehrere Möglichkeiten dies zu erreichen. Ich möchte hier allerdings nur auf die von mir angewendete Variante, der Ballingmethode eingehen. Hierfür mixe ich mir zwei Lösungen. Einmal eine mit Kalziumchlorid und eine mit Natriumhydrogencarbonat. Hierzu verwende ich:

 

1 - Lösung mit 2l Wasser und 143g Kalziumchloriddihydrat
2 - Lösung mit 2l Wasser und 168g Natriumhydrogencarbonat

 

Die tägliche Zugabemenge jeder Lösung kann man selber errechnen oder man nutzt eines der Tools aus dem Internet. Zu beachten ist hier die Ionenverschiebung. Wenn die Lösung 1 komplett ins Wasser gegeben wurde, ist die entstandene Masse NaCl Im System um 116.7 g angestiegen. Dem entgegen zu wirken dosiere ich beim nächsten Wasserwechsel 50g Natriumchloridfreies Salz.


Daher sieht es zusammengerechnet nun wie folgt aus:
116.7g entstandene Masse NaCl + 50.0g NaCl freies Salz = 166,7g müssen ersetzt werden, um die Ionen nicht zu verschieben.

Daher muss 166,7g Meersalzmischung beim Wasserwechsel weggelassen werden und durch 50g NaCl freies Salz ersetzt werden.
Bleibt noch die eingebrachte Menge Masse NaCl von 116.7g übrig, welche schon im Becken ist.

Ein kleines Beispiel für einen Wasserwechsel von 10l:

ca. 400g Meersalzmischung - 166,7g = 233,3g Meersalzmischung und 50g NaCl freies Salz kommen in meine 10l Osmosewasser.

Rezept: 10l Osmose Wasser
233,3g Meersalzmischung
50g NaCl freies Salz

 

Es gibt auch Varianten bei denen noch Spurenelemente zu den Lösungen hinzu gegeben werden. Allerdings bin ich eher ein Befürworter, diese nicht Blind mit ins Becken zu geben, sondern nur nach Bedarf zu dosieren.


Fazit: Nach dem Einbringen von 143g Kalziumchloriddihydrat ins System sollte ein Wasserwechsel gemacht werden. Bei diesem Wechsel muss unabhängig von der Menge der Meersalzmischung 166,7g abgezogen werden. Stattdessen muss 50g NaCl freies Salz in das angesetzte Wasser gegeben werden.

 

Spurenelemente

Es stellt sich oft die Frage, ab wann man Spurenelemente zu dosieren sollte. Festzuhalten ist das unsere Steinkorallen diverse Spurenelemente zum Überleben und wachsen brauchen. In jungen Systemen mit weniger bzw. kleinen Korallenstöcken reicht der wöchentliche Wasserwechsel aus, um den Spurihaushalt zu decken. Irgendwann wird allerdings der Zeitpunkt kommen, an dem ein Teilwasserwechsel nicht mehr ausreicht. Jetzt wird es interessant, da man nun die Richtige Mischung für seinen Besatz finden muss. Auf dem Markt findet man unzählige Präparate, welche geeignet sind, um unseren Tieren etwas Gutes zu tuen. Am besten man orientiert sich an den Herstellerangaben auf dem jeweiligen Produkt. Hierzu muss man allerdings erwähnen, dass man zuerst die halbe Dosierung wählen sollte, um zu sehen wie die Tiere sich verhalten. Spurenelemente kann man überdosieren!!! Aber wie stellt man eine Überdosierung fest?

Vorausgehend erkennt man zum Beispiel an einer Acropora Tumida, die beginnt ein etwas helleres grünes Gewebe zu bekommen, quasi ist ein Eisenmangel zu erkennen, sofern alle anderen Wasserparameter stimmen. Nun sollte man mit Bedacht ein Eisenhaltiges Spurenelement dosieren. Nach ein paar Tagen stellt sich die sattgrüne Färbung des Gewebes wieder ein, wenn alle anderen Wasserparameter ebenfalls stimmen. Wenn man mehr als nötig dosiert, wird die Acropora ihr Gewebe ins bräunliche verfärben. Da man meist nicht nur eine grüne Koralle im Becken hat, sondern hoffentlich noch wunderschöne und andersfarbige kleinpolypige Steinkorallen pflegt, müssen die Bedürfnisse dieser Tiere ebenfalls gestillt werden. Hier bin ich nun an dem Punkt angelangt, wo man kein Rezept erstellen kann. Jedes Becken ist anders und benötigt eine Individuelle Spurenelement Dosierung. Es hört sich komplizierter an als es ist. Wie erwähnt sollte man sich vorsichtig an die Zugabemengen herantasten, denn zu wenig dosieren ist nicht so schlimm wie zu viele Spurenelemente zu dosieren. Zum Glück gibt es auf dem Markt Spurimischungen, die bestimmte Farben der Korallen unterstützen.

Um noch eine kleine Übersicht zu schaffen, liste ich euch mal ein paar Spurenelemente auf:

 

Eisen, Nickel, Brom, Aluminium, Mangan, Kalium, Nickel, Zink, Molybdän, Strontium, Bor, Selen, Zinn, Kupfer, Vanadium, Lithium, Chrom und Flour.

 

Als letzten Tipp kann ich nur weitergeben, die Spuris nach "Auge" zu dosieren, da der Verbrauch doch sehr unregelmäßig zu sein scheint und somit eine kontinuierliche Dosierung meinen Erfahrungen nach kontraproduktiv ist.

 

Weniger ist eben manchmal mehr.

 

Wassertests

Zu den Wassertests gibt es im Grunde nicht viel zu sagen. Man sollte hier immer mit einer Referenzlösung die gekauften Tests gegenmessen, da diese Abweichungen zu den reellen Werten haben können. Es ist nicht Wichtig ob man 5 oder 7 mg/l Nitrat im System hat, aber es ist Wichtig zu wissen, ob man 5 oder 25mg/l im System hat. So vermeidet man im Vorfeld vielleicht eigene Reaktionen, die im Grunde unnötig sind. Als sehr Wichtig erachte ich einen vernünftigen und sensiblen Phosphattest anzuschaffen. Leider lehnt sich hier der Kaufpreis direkt an die Qualität des Tests an, aber bereuen wird man den Kauf nicht. Man sollte vor allem bei empfindlichen SPS genau wissen, welchen Phosphatwert man in seinem Becken hat.

 

In der Rubrik Beckenvorstellungen findet Ihr einige funktionierende Kombinationen der anzustrebenden Wasserwerte.

 

Wasserwechsel

Vollentsalzer
Vollentsalzer

So ein Wasserwechsel hat im Grunde nur Vorteile. Man frischt Spurenelemente auf, schafft Abfallstoffe oder unerwünschte Stoffe Anteilig aus dem Becken. Einen Nachteil hat man höchstens, wenn man sein Becken so Nährstoffarm fährt, dass einem jeder Fitzel an Phosphat und Nitrat Gold wert ist. Hier sollte man darauf achten, dass man ein Markensalz verwendet und nicht am falschem Ende spart. Jedes Salz ist allerdings unterschiedlich mit Kalzium, Magnesium und Karbonathärte angereichert. Hier sollte man sich für eines entscheiden, welches den gewünschten Wasserwerten am nächsten kommt. Man empfiehlt sogar bei jedem zweiten Wasserwechsel ein anderes Produkt zu verwenden. Wie man sieht, führen auch hier viele Wege zum Ziel.

Ein weiterer Wichtiger Punkt ist ein aufbereitetes Wasser zu verwenden. Man sollte entweder Vollentsalztes, destilliertes oder Osmosewasser verwenden, um so viele Schadstoffe wie eben möglich im Vorfeld zu eliminieren. Leitungswasser eignet sich in den seltensten Fällen für die Pflege von kleinpolypigen Steinkorallen.

Ich möchte noch kurz auf meine persönliche Vorgehensweise bei einem Wasserwechsel eingehen.

Zuerst sauge ich mit einem Schlauch das Wechselwasser aus meinem Becken. So kann ich ebenfalls Ablagerungen und manchmal auch Cyanos und anderen Schmutz gleich mit entsorgen. Meistens entnehme ich alle 2 Wochen 15%. Zwischenzeitlich filtere ich mir durch eine Vollentsalzerkartusche dieselbe Menge an Wasser in ein passendes Behältnis. Nun wiege ich die Erforderliche Menge an Salz mit einer Herkömmlichen Küchenwaage ab und gebe es ebenfalls in das Behältnis. Nur noch Rühren bis sich alles aufgelöst hat, mit dem Äerometer die Dichte prüfen, wenn die korrekt ist, rein damit ins Becken. Fertig. Einige Leute empfehlen das Angesetzte Wechselwasser erst "reifen" zu lassen, ich verwende es seit Jahren sofort und habe keinen Nachteil feststellen können.

 

Man muss unbedingt darauf achten, dass die Dichte des Wechselwassers annähernd dieselbe ist wie die des Beckenwassers. Die Dichte sollte nicht allzu sehr beeinflusst werden und konstant bleiben. Die Dichte messe ich mit einem Äerometer, welches ebenfalls ein Thermometer und eine Skala beinhaltet. Die Skala zeigt die Dichte passend zur jeweiligen Temperatur. So muss man nicht zwingend 25°C warmes Wasser haben, um die Dichte zu ermitteln. Wie oben bereits beschrieben sollte man gegeben falls NaCl freies Meersalz beim Wasserwechsel einrechnen.

 

Es gibt ein wunderbares Tool, welches hervorragend für den Wasserwechsel, Balling und weitere zu berechnende Zwecke geeignet ist.

 

http://www.aquacalculator.com/acalc/Home.html

 

Fütterung von Fischen und Korallen

Aufgetautes Frostfutter
Aufgetautes Frostfutter

Um ein Nährstoffarmes Milieu zu halten, sollte man seine Tier mit Bedacht füttern. Das Frostfutter zum Beispiel sollte am besten ausgespült verfüttert werden, da sich im Herstellungsprozess Phosphat und andere Schadstoffe bilden können. Hierfür eignet sich ein normales Kunststoffsiebchen. Man kann aber die kleine PO4 Bombe namens Frostfutter auch für seine Zwecke einsetzen und verfüttert es direkt, um die Nährstoffe im System anzuheben. Wie so oft muss man seinen eigenen Weg finden. Es gibt Artemien, Krill, Cyclops, rotes Plankton, grünes Plankton und viele mehr. So eignet sich das Frostfuttersortiment für eine abwechslungsreiche fütterung.

 

Des Weiteren gibt es für unsere Fische noch Trockenfutter als Flakes, Pulver oder Granulat. Diese eignen sich besonders für Futterautomaten, wenn man mal ein paar Tage nicht zu Hause ist. Man kann es aber auch täglich Füttern, so gewöhnen sich die Fische daran und die meisten fressen es, wenn es dann darauf ankommt. Man sollte nur ein Auge darauf haben, das für alle Fische was Gutes dabei ist, aus organischen und anorganischen Stoffen. Ein paar Vitamine wären ebenfalls nicht schlecht, daher immer schön die Inhaltsstoffe vor dem Kauf beachten, um nicht nur Papier mit Geschmack anzubieten.

 

Für die meisten kleinpolypigen Korallen eignen sich meines Erachtens am besten flüssige Futtermedien, da die Polypen unserer Pfleglinge, wie der Name schon sagt, meist sehr klein sind, können diese auch nur sehr kleines Futter aufnehmen. Meist darf es nur wenige µ groß sein. Auf dem Markt findet man ebenfalls passendes Futter in Pulverform, ich verwende nur das flüssige, da ich es so über die Dosierpumpe regelmäßig und automatisch verfüttern kann.

 

 

Trockenfutter für Fische. Flakes, Granulat und Pulver
Trockenfutter für Fische. Flakes, Granulat und Pulver

Egal wie und was man nun verfüttert, man sollte besser mehrere kleine Portionen verabreichen, um das System nicht zu sehr zu belasten. Die Richtige Menge an Futter ist die Menge, die von den Fischen innerhalb weniger Minuten aufgefressen wird. Gut genährte Tiere vertragen auch mal einen Fasten Tag, falls man mal einen langen Arbeitstag hat und nicht zum Füttern kommt.