Wasserparameter

Wasser unter T5 beleuchtung
Wasser unter T5 beleuchtung

Die Wasserparameter, die wir im Aquarium für die SPS-Pflege erzeugen wollen, bezeichnen wir als Nährstoffarm. Im Grunde ist dieses Nährstoffarme Milieu wie eine Wüste anzusehen, in der nur angepasste Organismen überleben können. In unseren Aquarien werden wir zwar nie das Meer und sein Wasser in annähernder Qualität nach amen können, allerdings können wir gute Wasserparameter erzeugen in der unsere steinigen Pfleglinge prächtig gedeihen können.

 

Wasser, Temperatur und Dichte

Wie bereits erwähnt brauchen wir zur Haltung von kleinpolypigen Steinkorallen sehr Nährstoffarmes Wasser. Daher stellen wir am besten unser Salzwasser selber her, in dem wir Osmose-, Vollentsalztes- oder destilliertes Ausgangswasser mit der Meersalzmischung an mischen. Das Verhältnis vom gelösten Salz zu Wasser bezeichnen wir als Dichte. Diese Dichte kann mit einer speziellen Spindel gemessen werden und sollte unbedingt stabil sein. Der Ideale Wert liegt zwischen 1,022mg/l - 1,024mg/l. Die Dichte kann, wie soll es auch anders sein, etwas schwanken. Dies passiert durch Verdunstung des Aquarienwassers. Dabei bleibt das Salz zurück und die Dichte erhöht sich. Eine Zugabe von Kalziumchlorid kann ebenfalls die Dichte anheben, darauf werde ich später nochmals zurückkommen. Man sollte daher den Wasserstand im Becken immer auf demselben Niveau halten.

Die Temperatur des Aquarienwassers sollte Idealerweise zwischen 24°C und maximal 27°C betragen. In den Wintermonaten hält sich der Wert in der Regel von selbst, da durch die Beleuchtung und dem Lauf der Pumpen Wärme an das Becken abgegeben wird. Zur Sicherheit kann zusätzlich ein Regelheizer eingesetzt werden, der die Temperatur im Notfall halten kann. Eine Temperatur ab 29°C und darüber ist als Kritisch anzusehen und erfordert schnelles Handeln. Meistens steigt die Beckentemperatur im Sommer über den Idealwert. Hier muss durch ein Kühlgerät Abhilfe verschafft werden. Für den schmalen Geldbeutel kann man Lüfter oder Ventilatoren auf die Wasseroberfläche richten. So kühlt das Wasser durch Verdunstungskälte. Mein persönlicher Favorit sind allerdings mit Wassergefüllte PET-Flaschen. Diese werden eingefroren und anschließend ins Technikbecken gelegt.

 

Nitrat & Phosphat

Nitrat und Phosphat sind mit die wichtigsten Parameter in unserem Steinkorallenaquarium. Die beiden Werte sollten 10mg/l Nitrat und 0,1mg/l Phosphat nicht überschreiten, da sonst ein optimales Wachstum nicht möglich ist. Man bringt Phosphat und Nitrat z.B. über Fischfütterung oder Wasserwechsel ins System ein. Daher sollte man sein Wechselwasser mit Bedacht aufbereiten und die Fische nicht über das normale Maß hinaus füttern.

 

 

Farbskala von PO4 & NO3 Wassertests
Farbskala von PO4 & NO3 Wassertests

Nitrat

Nitrat ist das Ergebnis aus dem Oxidationsprozess von Ammoniak und Ammonium zu Nitrit, welches wiederum zu Nitrat oxidiert. Hierfür sind einige verschieden Bakterienstämme verantwortlich, welche für diese Reaktionen verantwortlich sind. Für den Nitratabbau bzw. Oxidation, wird dann die angewandte Filtermethode interessant. Hier sind Filtermethoden erklärt.

 

Ammoniak und Ammonium sind in hohen Konzentrationen Giftig für unsere Beckenbewohner. Daher ist darauf zu achten, dass Nitrit nicht merklich im Aquarium ansteigt (max. <= 0,1 mg/l). Da es passieren kann, dass der gesamte Nitrifikationsprozess zum Erliegen kommt.

 

Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich in jedem Aquarium nitrifizierende Bakterienstämme befinden, deren Aktivität in Abhängigkeit von Wasserbelastung, Temperatur, PH Wert, Sauerstoffgehalt des Wassers und der Besiedlungsfläche steht.

Phosphat

Etwas sorgfältiger sollte man den Phosphatwert im Auge behalten. Da dieser bereits bei 0.075mg/l einige empfindliche Acroporiden schädigen kann. Wie so oft in de Aquaristik spielen da allerdings noch weitere Faktoren eine Rolle. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass Korallen sich eben auch auf gewisse Werte einstellen können, wenn diese nur langsam ansteigen. Einen Anstieg des Phosphats kann man nicht nur messen, sondern auch gut beobachten. Zuerst stellt die Koralle ihr Wachstum ein, anschließend wird dieses braunes Gewebe aufweisen und letztendlich durch Großflächigen Gewebeverlust zu Grunde gehen. Die meisten Rettungsversuche sind in diesem Stadium vergeblich. Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Phosphatwert von 0,075mg/l bis 0,15mg/l und darüber zu verhindern ist. Hierfür gibt es verschiedene Filtermedien, die dann zum Einsatz kommen. Einmal kann man einen Absorber auf Aluminiumbasis einsetzen, der zusätzlich organische Schadstoffe wie Huminsäuren absorbiert oder einen Absorber auf Eisenbasis, welcher die wunderbare Eigenschaft hat Silikat abzusenken. Es gibt auch einige höhere Algen zum Beispiel der Gattung Caulerpa, die Phosphat binden. Diese sind aber meiner Meinung nach nur in einem eigenen Refugium zu tolerieren, da diese unser schönes Steinkorallenriff buchstäblich überwachsen.

 

PO4 Absorber auf Fe & Al Basis
PO4 Absorber auf Fe & Al Basis

PH Wert

Der PH Wert ist im Grunde eine Skala, die eine Aussage über das Verhältnis zwischen der Hydronium- und der Oxonium-ionen darstellt. Dieses Verhältnis sagt aus wie sauer (PH0) oder alkalisch (PH14) unser Aquarienwasser ist.

Um unseren Tieren keinen Schaden zuzufügen, sollte der PH-Wert idealerweise zwischen 7,9 und 8,2 liegen. Somit im alkalischen Bereich. Der PH Wert ist in der Regel morgens im unteren Bereich und abends im oberen Bereich des Idealwertes. Die Ursachen für diese Schwankungen sind die unterschiedlichen Stoffwechsel unserer Tiere und Bakterien bei Tag und Nacht, die Beleuchtung der Tiere, deren Fütterung, Fotosynthese der Zooxanthellen etc. Da diese Schwankungen nur bei uns im Aquarium zustande kommen, macht es eine regelmäßige Kontrolle des PH Werts unumgänglich. Bei einem überbesetzten Aquarium oder technisch falsch konzipierten Becken, kann der PH Wert so aus dem Ruder laufen, dass eine Stabilisierung des PH Werts nicht mehr möglich ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass bei moderaten Besatz, korrekter Fütterung und Regelmäßigem Teilwasserwechsel ein stabiler PH Wert erzeugt und gehalten werden kann. So kann man im Umkehrschluss sagen, dass der PH Wert ein Indikator für gutes Wasser und ein funktionierendes Aquariensystem darstellt.

 

Kalzium & Karbonat

Eine von vielen autarken Dosiersystemem auf dem Markt
Eine von vielen autarken Dosiersystemem auf dem Markt

Kalzium und Karbonate sind essenziell für das Steinkorallenwachstum, da die Tiere dies für den Aufbau Ihres Kalkskelets benötigen. Die beiden Ionen regenerieren bzw. reichern sich nicht automatisch in unseren Aquarien an und werden somit nur von unseren Tieren in ihr Skelet eingebaut. Beim Kalzium und beim Karbonat kann ebenfalls ein Mangel Bestehen, der wiederum auch Mangelerscheinungen an unseren Steinkorallen erkennen lässt. Den Mangel kann man wie so oft bei SPS daran erkennen, dass das Wachstum eingestellt wird. Anschließend kommt es zur Degeneration der Tiere. Da dies uns zum Glück bekannt ist, können wir Rechtzeitig eingreifen und die Werte auf einer Idealen Konzentration halten. Welche Methoden ich persönlich hierfür einsetze, wird hier gesondert erklärt. Das Karbonat sollte nicht unter 6°KH fallen und meines Erachtens 9°KH nicht überschreiten. Das Kalzium liegt idealerweise zwischen 400mg/l und 450mg/l. Welchen Wert das Kalzium genau hat, ist nicht so Wichtig, Wichtiger ist es darauf zu achten, dass der Wert stabil bleibt mit einer Toleranz von +/- 5mg/l. Es empfiehlt sich Kalzium- und Karbonat Härte automatisch zu dosieren, da so durch regelmäßiges dosieren die Werte optimal gehalten werden können. Es ist zu beachten dass man etwas Zeit zwischen der KH und Ca Dosierung lässt da es sonst zu Ausfällungen und einer Ionenverschiebung kommen kann. In meinem System liegen circa 2 Stunden dazwischen.