Das Zeolithsystem

Das Zeolith sieht aus wie ein normaler Stein ist allerdings ein Alumosilikat, welches eine Gerüststruktur aufweist. Es gibt ca. 150 Zeolithe, welche für alles Mögliche verwendet werden, so zum Beispiel in Waschpulver. Natürlich sollten wir nur Aquariengeeignete Zeolithe verwenden.

Makro eines Zeolithgesteins
Makro eines Zeolithgesteins

Mit dem Zeolith möchten wir hier zwei wesentliche Vorteile zu unseren Zwecken nutzen. Zum einen das Ionentauschen und des Weiteren die Adsorptionsfähigkeit. Diese Eigenschaften ermöglichen die Amomnium- und Ammoniakionen abzubauen. NH4 ist das letzte Ion in der Nitrifikationskette, welches Proteine, Harnstoffe, Aminosäuren, Spurenelemente usw. bindet. So wird das System entlastet, da durch in der Nitrifikationskette nicht mehr das gesamte NH4 zu No2 und wiederum zu No3 aufoxidiert werden muss.  So wird der Nitratwert im Nährstoffarmen Bereich gehalten. Nitrifizierende Bakterienstämme besiedeln zusätzlich das Zeolith, dadurch erhöht sich logischerweise die Bakterienmenge im System.

Zeolith ca 20mm
Zeolith ca 20mm

Es gibt verschieden Zeolithsysteme auf dem Markt. Jedes Produkt hat seine Vor- und Nachteile. Welches nun das Beste ist muss jeder für sich entscheiden. Wichtig ist nur, dass man sich bei der Anwendung strikt an die Herstellervorgaben halten sollte, da man im Problemfall dort die bestmögliche Hilfe erhalten kann. Es ist nicht zwingend nötig ein Becken neu einzufahren, um ein Zeolith - System zur Steinkorallenpflege anzuwenden. Man kann ebenfalls bestehende Becken umstellen. Die meisten Systeme empfehlen einen Durchfluss von max. 400l / Std., wobei 1 Liter Zeolith auf 400l brutto Wasservolumen eingesetzt werden. Bei einer Umstellung sollte man unbedingt darauf achten die Menge an Zeolith sowie den Wasserdurchfluss pro Stunde anfänglich um 50% zu reduzieren. Da die erwähnte Adsorbationsfähigkeit des Zeoliths den Nitratwert zu schnell absenken würde und dies unweigerlich zu Problemen bis hin zum Tod (Gewebeauflösung) des Tieres führen kann. Die Korallen müssen sich über möglichst längere Zeit an die Umstellung des Systems gewöhnen. Für den Zeolitheinsatz eignen sich die im Handel erhältlichen Zeolithfilter. Zeolith sollte täglich 1-2 mal durch schütteln gereinigt werden, damit die Adsorptionsfähigkeit länger erhalten bleibt. Wer keine Lust hat sein Zeolith täglich selber zu reinigen, kann auf einen Selbstreinigenden Zeolithfilter zurückgreifen. Dieser funktioniert im Grunde wie ein Abschäumer und pumpt so für eine kurze Zeit feine Blasen ins Wasser an denen die Moleküle haften. Abhängig vom Fischbesatz sollte das Zeolith nach 6 - 8 Wochen Ausgetauscht werden, wobei hier circa 10% des "alten" Zeolithgesteins im Filter verbleiben sollten. Zusätzlich "impfe" das neue Zeolithgestein mit einem Bakterienpräparat an.

 

Ein Zeolith - System funktioniert nur bei optimaler Beleuchtung, regelmäßigen Wasserwechseln, guter Abschäumung sowie einer Kalzium- und Karbonatzufuhr zum System. Je nach Besatzmenge müssen zusätzlich Aminosäuren und Spurenelemente zu dosiert werden. Ich empfehle ebenfalls den Einsatz eines Bakterienfutters, da man so den Nitratwert ein wenig regulieren kann. Einen PO4 Absorber sollte man nur mit Bedacht einsetzen, da Zeolithe ebenfalls PO4 adsorbieren.

 

Zu guter Letzt bleibt zu erwähnen, dass man seine Wasserwerte regelmäßig überprüfen sollte, um auf entstehende Veränderungen rechtzeitig reagieren zu können.